Dr. Alexander Behrens (IALT) – Unterrichtsserver


Hinweise für die Anfertigung wissenschaftlicher Arbeiten

Zeitstrahl

Nachstehender Zeitstrahl, der weniger als Empfehlung zu verstehen ist denn als Konfrontation mit Arithmetik, verwendet als zeitlichen Referenzpunkt das Datum des gewünschten Studienabschlusses, also jenes Datum, zu dem ein Abschlusszeugnis vorliegen soll und eine etwaige Arbeitsstelle oder ein neues Studium angetreten werden kann.

Handwerkliche Vorbereitung: spätestens 24 Monate vor gewünschtem Studienabschluss

Die Curricula der praxis- bzw. berufsorientierten Studiengänge des IALT sehen (im Unterschied zu solchen etwa philologischer) kaum die Anfertigung wissenschaftlicher Arbeiten vor. Unterschätzen Sie bitte nicht den zeitlichen Vorlauf, den, und das Maß an Eigeninitiative, das Sie benötigen, um dieses Manko auszugleichen:

  • Besuchen Sie schon frühzeitig eines der am IALT angebotenen wissenschaftlichen Kolloquien. Nutzen Sie die Angebote des Academic Lab. Es existiert auch Literatur zum wissenschaftlichen Schreiben (siehe unten).
  • Schauen Sie in andere wissenschaftliche Arbeiten, um sich thematisch, methodisch und sprachlich (Diktion!) inspirieren zu lassen. Das Institut (Sekretariat) hält für diesen Zweck immer die Arbeiten der letzten Jahre vor. Die eingereichten Themen finden Sie auf dieser Seite.

Betreuung anbahnen: spätestens 15 Monate vor gewünschtem Studienabschluss

  • Suchen Sie sich eine Problemstellung, die Sie bearbeiten wollen. Vorschläge finden Sie hier. Wählen Sie ein Problem, das Sie interessiert bzw. von dem Sie glauben, dass es Ihnen beim Einstieg in den Beruf hilft.
  • Bereiten Sie Ihre Projektidee soweit auf, dass Sie etwas haben, worüber Sie mit Ihrem potenziellen Betreuer reden können. Wollen Sie die Arbeit "bei mir" schreiben, so bitte ich Sie zunächst um eine Mail, enthaltend ...
  1. eine Beschreibung des aktuellen Wissenstands (Forschungsstands) einschl. Nennung einschlägiger Literatur
  2. eine aus dem Wissensstand ableitbare und für Sie in 23 Wochen beantwortbare Forschungsfrage,
  3. einen methodischen Vorschlag (Forschungsdesign) mit Begründung, der auch entnommen werden kann, dass Sie sich über die Vor- und Nachteile der gewählten Methode Gedanken gemacht haben,
  4. eine Nennung Ihrer Vermutungen, welche Desiderata besagte Nachteile hinterlassen (was aus der Forschungsfrage also ausgeschlossen werden muss),
  5. eine Charakterisierung des Untersuchungskorpus (sofern vorgesehen),
  6. einen Gliederungsentwurf,
  7. ein Arbeitsthema, in dem die vorgenannten Punkte Berücksichtigung gefunden haben, und das Sie in 23 Wochen auch tatsächlich bedienen können, das also so eingegrenzt ist, dass Sie sich an ihm nicht verheben.
  8. die Nennung der Sprache, in der Sie Ihre Arbeit verfassen möchten
  9. die Nennung des Zitierstils, den Sie verwenden möchten.

Antragstellung: spätestens 12 Monate vor gewünschtem Studienabschluss

  • Kalkulieren Sie die Zeitspanne zwischen Antragstellung und Bearbeitungszeit nicht zu knapp – der Prüfungsausschuss, der das Thema besprechen und bewilligen muss, tagt nicht jeden Tag!
  • Für die Antragstellung beachten Sie bitte die Hinweise für den jeweiligen Studiengang: B. A. Translation / M. A. Translatologie / M. A. Konferenzdolmetschen.
  • Die Formulare finden Sie hier.

Beginn der Bearbeitung: spätestens 9 Monate vor gewünschtem Studienabschluss

  • Auf die Bearbeitung der Arbeit selbst entfallen davon maximal 23 Wochen.
  • Für die anschließende Begutachtung sollten 6 Wochen eingeplant werden.
  • Nach Ausstellung der Gutachten müssen die Urkunden ausgefertigt und unterzeichnet werden, wofür 4 Wochen einzuplanen sind (Prüfungsordnung § 20).

Rechnen Sie damit, dass die für die Begutachtung oder für die angeschlossenen administrativen Schritte zuständigen Kollegen gerade im Urlaub sind – die Chancen hierauf stehen in der Semesterpause nicht einmal schlecht – und niemand da ist, der ein offenes Ohr für die Dringlichkeit Ihres Abschlusswunsches haben könnte.

Ihre Aufgabe

Ihre Aufgabe besteht darin, (theoretische und / oder empirische) Informationen methodisch zusammenzutragen und zu bewerten, dergestalt, dass die eingangs gestellte Forschungsfrage beantwortet wird. Damit ist wissenschaftliches Arbeiten ein denkbar bodenständiger Prozess und nichts, was Ihnen unnötigen Respekt einflößen sollte. Ihre wissenschaftliche Leistung wird dabei an dem Weg gemessen, den Sie beschreiten, an dem heuristischen Zugewinn; sie ist also etwas Relatives.

In § 19 der Prüfungsordnung für den Bachelorstudiengang Translation ist vorgesehen, dass Sie Ihre Graduierungsarbeit selbstständig anfertigen. Zu einer solchen Selbstständigkeit gehört auch, dass Sie bei Fragen oder Problemen Ihren Betreuer aktiv ansprechen. Warten Sie nicht auf Kontrollvisiten von Ihrem Betreuer!

Struktur Ihrer Arbeit

Sie können sich grob an dem folgenden Aufbau orientieren:

Einleitung

  • Desiderat darstellen und begründen: warum muss das jemand wissen? Was geht oder wird dann besser?

Forschungsstand nennen

  • Bei einer empirischen Arbeit ist dies Ihr theoretischer Teil, beinhaltend ein Referat des in der Literatur zu Ihrem Thema Vorhandenen, aber nicht nur ein Referat, sondern auch ein In-Beziehung-Setzen, Systematisieren der angetroffenen Positionen, und dies nicht nur untereinander, sondern auch mit Ihrer eigenen Arbeit: Wozu referieren Sie gerade den und den? Wo in Ihrer Arbeit wird jemandes Erkenntnis wieder gebraucht? Werfen Sie dem Leser keine Informationen vor die Füße, sondern ordnen Sie ein und machen Sie transparent, warum Sie eine bestimmte Information liefern.
  • Zum Stichwort "einordnen": unterschiedliche Autoren bedienen sich unterschiedlicher Beschreibungsebenen – forschungsgeschichtliche Sicht, etwaige Strömungen / Schulen, manche Ansätze sind didaktisch, andere soziologisch, andere wieder handlungstheoretisch usw.
  • Wohlgemerkt: Forschungsstand ist, was „von hinten“ an Ihre Forschungsfrage anschließt, und zwar unmittelbar. Referieren Sie nicht den vorletzten Forschungsstand. Wenn Sie eine Textsortenanalyse zum Vergleich von deutschen und russischen Märchen mit dem Schwerpunkt auf Märchenfiguren schreiben, dann ist Forschungsstand das, was zum Vergleich von deutschen und russischen Märchen mit dem Schwerpunkt auf Märchenfiguren zuletzt a) erkannt wurde und b) unerkundet blieb und deswegen von Ihnen nun ergründet werden soll. Versuchen Sie nicht, alles zusammenzutragen, was jemals über Märchen geschrieben wurde. Letzteres mag in einem Lehrwerk (Fachmann-Laie) angebracht sein, nicht aber in einer wissenschaftlichen Arbeit (Fachmann-Fachmann).

Forschungsfrage(n) nennen

Ihre Arbeit ist der Weg vom Forschungsstand zur Antwort auf die Forschungsfrage – das ist Ihre heuristische Leistung, an der Sie gemessen werden und sich (in der Zusammenfassung) auch selbst überprüfen werden. Versuchen Sie, Ihre Forschungsfrage als Entscheidungsfrage (geschlossene Frage) zu formulieren. Das schützt Sie vor zu allgemeinen und damit unbrauchbaren Fragen.

Ziel der Arbeit nennen

  • Voraussetzungen schaffen für ...
  • einen Beitrag leisten zu ...
  • beweisen, dass ...
  • Theorie von Müller / Meier / Schulze widerlegen

Methode

Die Methode ist zusammen mit der Diskussion das Filetstück Ihrer Arbeit. Mit ihr beweisen Sie Ihr wissenschaftliches Können und Ihre Analysefähigkeit.

  • Methode beschreiben und begründen: legen Sie dar, was Sie zu tun beabsichtigen, und zwar so detailliert, dass der Leser erkennt, warum die beschriebene Vorgehensweise zur Beantwortung der Forschungsfrage führen soll; hier auch die Schwächen nennen (= Desideratum: was die Methode nicht leistet)
  • Hat schon jemand vor Ihnen diese Methode eingesetzt / gezeigt, dass sie funktioniert? Wenden Sie eine bestehende Methode auf neue oder andere Daten an? Wandeln Sie eine schon angewandte Methode ab oder haben Sie etwas Neues entwickelt?
  • Zur Methode gehört auch die Beschreibung und Begründung des empirischen Materials.
  • Nummerieren Sie Korpusbelege im Text. Das erleichtert das Referenzieren Ihrer Beispiele.

Analyse

  • Daten darstellbar machen
  • Daten in Beziehung setzen
  • Daten deuten

In theoretischen Arbeiten ist dies Ihr hermeneutisches Kapitel.

Diskussion

  • Dieses Kapitel können Sie (gerade bei einer kleineren Arbeit) mit dem oben genannten zusammenführen.
  • In ihm wird argumentiert: Jetzt, wo Sie schon einen eigenen Erkenntnisweg gegangen sind, können (nein: müssen) Sie sich zu Meinungen Dritter positionieren.
  • Zusammen mit der Methode ist die Diskussion das Herzstück Ihrer Arbeit: In der Diskussion beweisen Sie Ihre Analysefähigkeit und Ihre Fähigkeit, mit Quellen umzugehen.
  • Denken Sie daran, dass erst durch eine wirksame Kohäsion Ihre Arbeit zu einem Text wird. Markieren Sie intratextuelle Bezüge in Ihrer gesamten Arbeit (also auch in der Analyse und der Zusammenfassung) mit Querverweisen. Die gängigen Textverarbeitungssysteme (LaTeX, LibreOffice, MS Office, OpenOffice) haben hierfür entwickelte Funktionen.

Zusammenfassung

Die Zusammenfassung ist das, was ein suchender Wissenschaftler nach der Forschungsfrage und dem Ziel wohl als Nächstes lesen wird.

  • zur / zu den Forschungsfrage(n) zurückkehren: konnten Sie sie beantworten? Die Zusammenfassung ist zu einem großen Teil ein Rechenschaft-Ablegen und muss das auf das eingangs genannte Ziel und die Forschungsfragen eingehen
  • Methode bewerten: hat sie geleistet, was Sie erhofft haben? Oder waren die Daten anders als erwartet und die Methode deswegen ungeeignet?
  • Desidarata aufzeigen, also das, was die Methode nicht geleistet hat

Inhalt und Umfang

Wie oben schon gesagt, gehören in die Einleitung Ihrer Arbeit nur solche Ausführungen, die Sie für die Analyse und Diskussion benötigen. Machen Sie daher auch die "Gegenprobe" und überprüfen Sie, ob Sie tatsächlich eine textuelle Lücke schließen / geschlossen haben, ob ohne das Gesagte spätere Erkenntnisse nicht mehr nachvollziehbar wären. Das Konsolidieren Ihres Textes ist nicht nur ein sprachlicher Prozess, sondern auch ein heuristischer: unnötige Explikationen verschwinden nämlich durch das ohnehin nötige Einnehmen höherer Abstraktionsebenen. Umgekehrt stehen große Volumina häufig für einen Mangel an Reflexion, also für das, was Sie dem Leser schulden und nicht an ihn abdelegieren sollten. (Etwas roher ausgedrückt: Lange Arbeiten sind meist Arbeiten, die mit heißer Nadel gestrickt wurden.)

Zitate

  • Ein Zitat liegt im weitesten Sinne vor, wenn Sie Aussagen eines Dritten wiedergeben, und zwar auch dann, wenn Sie "nur" dessen Argumentationslinie oder gedankliche Sortierung übernehmen.
  • Garnieren Sie aber nicht mit Zitaten! Mit einem unreflektierten Aufsagen von Meinungen Dritter delegieren Sie die eigentliche (Ihnen obliegende) Leistung, das hermeneutische Aufarbeiten von Literatur, an den Leser und bringen sich um das Prüfungsziel. Insbesondere die Existenz eines wörtlichen Zitats können Sie nur rechtfertigen, indem Sie das Zitat selbst zum Diskussionsgegenstand machen.
  • Nutzen Sie Zitate nicht für die Exposition einer Aussage, sondern allenfalls für deren nachträgliche Untermauerung. Zitate, die aus dem Nichts hereinplatzen, wirken reichlich apodiktisch. Zu vermeiden:

"Goethes Veilchen ist überzeugender als alle klassischen Gottesbeweise." (Müller 2014: 64).

  • Besser:

Müller (2014: 64) sieht in Goethes Veilchen einen überzeugenden Gottesbeweis.

  • Allenfalls noch:

Müller (2014: 64) weist auf die philosophische Bedeutung Goethes Veilchen hin: "Goethes Veilchen ist überzeugender als alle klassischen Gottesbeweise."

  • Oder:

Müller (2014) weist wiederholt auf die philosophische Bedeutung Goethes Veilchen hin: "Goethes Veilchen ist überzeugender als alle klassischen Gottesbeweise." (ebd.: 64).

  • Es werden keine Fakten belegt, die in the public domain sind, also dem allgemeinen Wissensstand entsprechen oder öffentlich zugänglich sind. Quellenverweise auf Wikipedia und Duden sind damit ebenso überflüssig wie so etwas:

Da jeder Text eine Intention hat (Meier 2011: 84), ...

Umgang mit Fehlern Dritter

  • Primärliteratur: Sie geben faksimilierend wieder, übernehmen also Fehler unkommentiert.
  • Sekundärliteratur: Hinter einen entdeckten Fehler in einem Zitat schreiben Sie (sic!), um sich selbst zu entlasten.

Sprache

Der Adressat einer wissenschaftlichen Arbeit ist (wie übrigens auch ihr Betreuer) ein im Fachgebiet bewanderter (nicht jedoch zwangsläufig mit dem konkreten Thema vertrauter) Leser. Sie schreiben also von Fachmann zu Fachmann.

Verletzungen der Sprachnorm und der Textsortenkonventionen sind bei einem translatorischen Abschluss kein Kavaliersdelikt und fließen unmittelbar in die fachliche Bewertung ein. Tabu sind Anakoluthe, Artikel- oder Genusfehler, Kollokationsfehler, Fehlbezüge, Interpunktionsfehler und allgemein alles, was auf eine Verwahrlosung der Sprache hinweist. Achten Sie deshalb auf eine textsortengemäße Diktion. Vermeiden Sie Entgleisungen ins Umgangssprachliche, genauso aber auch einen geschäftsmäßigen Stil oder intellektuelles Gebalze. Die Sprache darf schlicht sein, und sie muss es umso mehr, je komplexer die mit ihr dargestellten Sachverhalte werden:

  • vermeiden Sie doppelte Negationen » nicht unwesentlich » nicht einschränkungslos
  • schwächen Sie Ihre Botschaft nicht mit Redundanzen; Letztere äußern sich etwa ...
  • in unnötigen Gradattributen » enorm » sehr » eindeutig; wenn Sie sagen möchten, dass schriftliche Aufzeichnungen aus einer Epoche fehlen, ist überflüssig, darauf hinzuweisen, dass sie völlig fehlen; wenn Sie von einer Vielzahl an Belegen sprechen, bitte ich Sie, eine kleine Auswahl – sagen wir: die siebzig wichtigsten – explizit zu nennen
  • in Pleonasmen » wird auf etwa ... geschätzt » wie z. B.
  • in nichtfachsprachlichen Hendiadyoin » klar und verständlich
  • in überflüssigen Ausführungen » in der Fachmann-zu-Fachmann-Kommunikation müssen Sie nicht jedes Mal bei Abraham und seinem Samen beginnen » eine theoretische Darstellung ist nur dann sinnvoll, wenn sie im empirischen Teil auch gebraucht wird » eine Äquivalenzdefinition ist nur dann nötig, wenn Sie der- oder diejenige sind, der oder die definiert. Schinden Sie nicht Zeilen mit Duden-Definitionen! » Dass Zitate nicht dafür da sind, ein intellektuelles Ambiente zu schaffen, wurde oben schon gesagt.
  • Der theoretische Teil Ihrer Arbeit dient der Klärung des Wissensstands (state of the art) und als Grundlage für die Entwicklung Ihrer Methode. Vermeiden Sie bitte den apodiktischen-lehrbuchhaften Ton der alten Sowjetliteratur.
  • Im Modul 04-005-1006-R haben wir uns mit den Textualitätsmerkmalen Kohärenz und Kohäsion auseinandergesetzt. Nun ist es an Ihnen, einen Text zu produzieren. Selbiges kann als gegeben gesehen werden, wenn Sie referierte Positionen mit ihrem Forschungsumfeld, miteinander und, wichtiger noch, mit Ihrer eigenen Arbeit in Beziehung bringen, dies etwa, indem Sie im empirischen Teil auf die im theoretischen Teil genannten Positionen zurückkommen, den "Kreis schließen". Verwenden Sie Konjunktionen und Adverbien zur Herstellung kausaler oder temporaler Beziehungen, Gegensätze oder Kontraste (da, weil, denn, daher, deswegen, folglich, somit, aber, jedoch, deshalb, weshalb, einerseits-andererseits etc.) nicht arbiträr, sondern dann, wenn Sie kausale oder temporale Beziehungen sichtbar machen möchten. » Die Aussage Der Dressursport hatte in Russland seine Anfänge im auslaufenden 19. Jahrhundert. Es kamen allerdings (sic!) zunächst bevorzugt Warmblüter zum Einsatz. stellt einen Scheinwiderspruch her. » Im Satz In der russischen Kultur werden Prjaniki zum Tee serviert, während in Deutschland Lebkuchen hauptsächlich in der Weihnachtszeit gegessen werden. wechselt die Verfasserin unvermittelt die Bezugsebene ("Äpfel-Birnen-Vergleich"). » Die Aussage Hönig und Kußmaul (1982: 53) nennen diese sprachlichen Elemente Unika im soziokulturellen Bereich. Somit (sic!) weisen diese besonderen sprachlichen Mittel Lokalkolorit auf und wecken damit (sic!) gebundene Assoziationen in der Ausgangskultur, die dem Zielpublikum jedoch (sic!) fehlen. führt zweimal in eine Scheinkausalität ein (der Lokalkolorit entsteht nicht dadurch, dass Hönig und Kußmaul solche sprachlichen Elemente Unika im soziokulturellen Bereich genannt haben, und die genannten sprachlichen Mittel wecken nicht Assoziationen in der Ausgangskultur, weil sie Lokalkolorit aufweisen), dann in einen Scheinwiderspruch (es ist keineswegs ungewöhnlich, dass spezifisch ausgangskulturelle Assoziationen im Zielpublikum nicht vorhanden sind). » Achten Sie insbesondere darauf, dass Sie eine banale Paraphrase nicht zu einer Kausalität aufpolieren wie im folgenden Satz: Aufgrund des Analphabetismus zu der damaligen Zeit verfügte das einfache Volk über einen geringen Bildungsgrad.
  • Die Verwendung von Schriftstilen ist in wissenschaftlichen Arbeiten regelmentiert. So können Sie u. U. Kursivdruck für die Kennzeichnung von Termini verwenden, nicht aber, um zu verhindern, dass der Leser etwas übersieht. Emphatisieren Sie ausschließlich mit rhetorischen Mitteln.
  • Quellen sind unpersönlich; verstehen Sie den (Personen-)Namensbestandteil einer Quelle (Müller 1994:16) also metonymisch für das Werk, auf das Sie sich beziehen. Erweiterungen wie der bekannte Schriftsteller und Maler oder in seinem über Deutschlands Grenzen hinaus bekannten Hauptwerk sind in einer wissenschaftlichen Arbeit fehl am Platz.

Layout

Für die Anfertigung wissenschaftlicher Arbeiten existieren textsortenspezifische Konventionen, aber auch Diversität u. a. in der Layoutgestaltung, in den Zitierstilen oder bei der Wahl der Romanisierungsmethode. Als Richtlinien bieten sich etwa die folgenden an:

Ein Hinweis noch zur Gliederung: eine Gliederungsebene "einzuziehen" lohnt erst ab zwei Kapiteln dieser Ebene. Wenn es also einen Punkt 3.1 gibt, so muss auch ein Punkt 3.2 existieren. Kommt Letzterer nicht zustande, so verschieben Sie die Inhalte von 3.1 nach 3 und lassen die Unterkapitel von 3.1 um eine Ebene aufrücken. Punkt 3.1.1 wird also 3.1 und Punkt 3.1.2 wird Punkt 3.2 usf.

Abgabe

Wenn Ihr Betreuer ich bin, so möchte ich Sie ermutigen, Ihre Arbeit ökologisch und sozial möglichst verträglich auszufertigen:

  • beidseitiger Druck, 80 g / m²
  • Lieferung der elektronischen Version per E-Mail; die Prüfungsordnung sieht keine Einreichung auf Datenträgern vor, die Polycarbonate enthalten oder Rohstoffe, für die Kinder unter Tage arbeiten müssen. NB: die Einreichung auch der elektronischen Version, muss, ganz gleich, in welcher Form, (auch) im Prüfungsamt erfolgen.

Begutachtung

Bei der Begutachtung werden die folgenden Kriterien gewürdigt:

  1. Layout
  2. Typographie
  3. Aufbau
  4. Proportioniertheit
  5. Orthographie
  6. Grammatik
  7. Sprache und Textsortennorm
  8. Textualität
  9. Begründung des Desiderats
  10. Offenlegung des aktuellen Wissenstands
  11. Ziel - genannt?
  12. Ziel - erreicht?
  13. Forschungsfrage - genannt?
  14. Forschungsfrage - beantwortet?
  15. Methode - geeignet?
  16. Methode - beschrieben und begründet?
  17. Methode - umgesetzt?
  18. Charakterisierung des Untersuchungskorpus
  19. Diskussion, heuristische Höhe
  20. sachliche Richtigkeit
  21. Quellentechnik

Belohnungen und Geschenke

Geschenke sind ein weites Feld; für öffentlich Bedienstete ist deren Annahme gesetzlich geregelt. Nehmen Sie deswegen von Geschenken bitte Abstand!

Literatur zum wissenschaftlichen Schreiben

Esselborn-Krumbiegel, Helga (2014): Von der Idee zum Text : eine Anleitung zum wissenschaftlichen Schreiben. Uni-Taschenbücher. Paderborn: Schöningh

Moll, Melanie / Graefen, Gabriele (2011): Wissenschaftssprache Deutsch: lesen – verstehen – schreiben. Frankfurt: Peter Lang.

Schäfer, Susanne / Heinrich, Dietmar (2010): Wissenschaftliches Arbeiten an deutschen Universitäten: Eine Arbeitshilfe für ausländische Studierende im geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Bereich. München: Iudicium.

Szurawitzki, Michael (2015): Wissenschaftssprache Deutsch: international, interdisziplinär, interkulturell. Tübingen: Narr.

Thielmann, Winfried / Moll, Melanie (2017): Wissenschaftliches Deutsch. Wie es geht und worauf es dabei ankommt. Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft. UTB-Band Nr. 4650.