04-TLG-2011 Übersetzungsprojekt „Softwarelokalisierung“ 2. Semester

Internationalisierung (I18N)

  • Der Terminus Internationalisierung bezeichnet die modulare oder universale Gestaltung eines Produkts. Ziel der Internationalisierung ist …
  • die Reduzierung des Lokalisierungsaufwands, erreicht durch Modularität; oder
  • das Überflüssigmachen des Lokalisierungsschritts, erreicht durch Universalität.

InternationalisierungUniversalität, hier: Verzicht auf verbale Elemente

InternationalisierungUniversalität, hier: Einsatz einer lingua franca

Anwendungsfall Hardware

Internationalisierte Hardware, hier: zentrales DisplayUniversalität, hier: zentral verbautes Display für Rechts- wie Linkslenker

  • bestimmt auch modulare Lösungen

Vertikale ExpansionVertikale Expansion, verdeutlicht am der Matrix je eines lateinischen und eines chinesischen Zeichens

Anwendungsfall natürliche Sprache

Auch natürliche Sprache wird internationalisiert. Internationalisierung bedeutet hier insbesondere die Herstellung von Übersetzungsgerechtheit. Beispiele für die Internationalisierung von Texten:

  • Verzicht auf Textinformationen in anderen Assets als den Übersetzungsressourcen  Bilder  URLs (etwa für SEO)
  • Verwendung von kontrolliertem Vokabular nicht verwechseln mit leichter Sprache – nur …  Konsistenz
  • Vermeidung von Realia
    InternationalisierungUnvollständige Internationalisierung, hier: Verwendung von Realia
  • Bereitstellung einer Kommentarmöglichkeit für den Übersetzer  Kommentar-Spalte in einer csv-Ressource Feedbackkanal für Übersetzer
  • Freiheit von ungewollten Assoziationen bei Eigennamen  lautliche Ähnlichkeit  typografische Ähnlichkeit
    Missglückte InternationalisierungMissglückte Internationalisierung eines Firmennamens, hier: Verwendung einer Lingua franca ohne Berücksichtigung semantischer Assoziationen in dieser
    Missglückte InternationalisierungUnglückliche typografische Nähe zu Buchstaben des kyrillischen Alphabets
  • Berücksichtigung von Unterschieden in der onomatopoetischen Anmutung und in den artikulatorischen Prägungen
    Onomatopoetische WirkungAnpassung eines Produktnamens an regionale onomatopoetische Gewohnheiten
    Einbeziehung synästhetischer Wirkungen
  • Sicherstellung artikulatorischer Universalität  Euro
    Finanzminister Theo Waigel
  • Verbannung von Sprachregeln aus der Geschäftslogik
    ↗ translation scripting
    InternationalisierungUnvollständige Internationalisierung des UX-Designs, hier: automatisches Einfügen von Leerzeichen bei der Komposition

Anwendungsfall Formen

Internationalisierter GlobusInternationalisierter Globus

Anwendungsfall Gesten

Nicht internationalisierte GesteMissglückte Internationalisierung, hier: Verbindung einer nicht internationalisierte Geste mit einer Lingua franca

Anwendungsfall Farben

Rot als Farbe für Gefahr, Warnung, VerbotRot als „Adrenalin-Farbe“

ReregionalisierungReregionalisierung, hier am Beispiel von Farben und Formen

Anwendungsfall Kodierung und Fonts

  • UTF-8
  • Wahl des Fonts Futura hat nur Latinica!

Anwendungsfall Software

  • Software: Typ Modularisierung

Schichtenarchitektur:

  1. Präsentation
  2. Logik (Geschäftslogik)
  3. Daten  = unsere Ressourcen

    Datenbanken oder Dateisysteme (textbasierte und / oder übersetzte [kompilierten]);

    bei übersetzten Dateien: konventionalisierte Objekte – Microsoft spricht hier von „standard resources“: typischerweise Menü, Dialog, Strings, Accelerators, Versionsfenster.

    Übersetzer arbeiten mit Dateien – native Ressourcen oder Datenbankexporte als Zwischenformat

    TERMINOLOGIE:

    Flache Key-Value-Ressourcen werden ugs. auch string tables bzw. String-Tabellen genannt

    Speziell im Kontext von GNU gettext spricht man auch von Katalogen

    KDE spricht von dictionary files

Key-Value-RessourceJavaScript-Ressource (JSON)

  • Format der Ressource hängt von Programmiersprache oder Framework ab
  • Hyperonym für Vertreter dieser drei Schichten: Assets (Bilder, Quelle, Ressource, Stylesheets …)

Im Internationalisierungsschritt werden die UI-Strings aus der Quelldatei herausgeschnitten (genauer: durch eineindeutige Schlüssel ersetzt) und in die Resource-Datei ausgelagert (externalisiert).

↗ 04-TLG-2011 Übersetzungsprojekt „Softwarelokalisierung“ 2. Semester
  1. Arbeitsplatz
  2. SL-Markt 2015 nach Größe (Weltmarkt)
  3. SL-Markt in Deutschland 2015 nach Profil
  4. Übersetzerisches Fremdkonzept in der SL
  5. Was? Übersetzerisches Selbstkonzept in der SL
  6. Wie? Vorgehensmodelle in der Softwarelokalisierung
  7. Desintegration translatorischer Teilprozesse
  8. Kooperationsdistanz in der Softwarelokalsierung
  9. GILT
  10. Lokalisierung
  11. Internationalisierung (I18N)
  12. SL: Terminologie
  13. Internationalisierung: Praxis
  14. Testen
  15. Personalisierung
  16. Zeichenkodierung
  17. CSV
  18. Key-Value-Tabellen
  19. XML-Ressourcen
  20. Quelltextdateien
  21. Binärdateien
  22. Typen dateibasierter Ressourcen
  23. UI-Textsorten
  24. Assimilation
  25. Linguistische Probleme in der Softwarelokalisierung
  26. Plural Handling (Pluralization)
  27. Translation Scripting