04-MKD-2003-E.SE01 Seminar „Terminographie“ 2. Semester

Eintragsmodellierung

Eintragsmodelle nach Mayer 1998

↗ Mayer 1998
  • Felix Mayer, SDI München
  • Die in Mayer (1998:92f.) referierten sieben Termbankmodelle orientieren sich an möglichen Einsatzszenarien für Termbanken
  • je mehr ein System benutzen, desto klobiger das Modell
  • im Wesentlichen aber alle gleich:
↗ DIN 2336:2004-06 Darstellung von Einträgen in Fachwörterbüchern und Terminologie-Datenbanken

Scan des besagten Kapitels liegt in c:\Schreibtisch\e-Books\Mayer, Felix

  1. nach Hohnhold (1990)1
    [PDF S. 3]

    Ingo Hohnhold – Übersetzer
  2. nach KÜWES (1990)2
    [PDF S. 7]

    Konferenz der Übersetzungsdienste westeuropäischer Staaten
    heute Konferenz der Übersetzungsdienste europäischer Staaten
    für Sprachendienste – auf kollaboratives Arbeiten ausgelegt, s. „Zusatzdaten“
  3. nach INFOTERM (1988)3
    [PDF S. 14]

    Informationszentrum für Terminologie (Wien)
    basiert auf ÖNORM 2710 (1993) = nationale österreichische Norm
  4. nach Mossmann (1988)4
    [PDF S. 10]

    Yvan Mossmann – Übersetzer
    in den 80er Jahren produktiv als Autor
    für große Sprachendienste
  5. nach Sager (1990)5
    [PDF S. 17]

    Juan Carlos Sager (1929-2021), Manchester
    zielt nicht speziell auf das Übersetzen ab, sieht aber wie ein Hausmodell einer Übersetzers aus
  6. Beschreibung der Anlage in „Trados Translator's Workbench6
    [PDF S. 22]

    Vorgänger von Trados Studio, hier also Multiterm
    aus empirischen Analysen (Feldstudien) entwickeltes Modell
    wieder dasselbe
  7. Handreichung für Datenbankentwickler in Ulrich Heid / Gerhard Freibott (1990)7
    [PDF S. 25]

  • und nun, die Dolmetscher?

Operative Erfordernisse von Dolmetschern nicht berücksichtigt: der Entstehungszeit von Mayer geschuldet

  • ergonomische Anpassung ans Setting (Touch-Eingabe, Spracheingabe, Sparsamkeit der Darstellung hier geht es nicht um geringeren Anspruch an Vollständigkeit, sondern um Schnelligkeit der Erfassung im Setting – schneller „Souffleur“, der nicht stört)
  • Portabilität der Daten (Datenaustauschmöglichkeiten
    TBX
    , Synchronisierung)

Für Dolmetscher sind die oben referierten Modelle über- und unterdimensioniert.

Eintragshierarchien

  1. drei Klassen von Attributen
  2. Charakterisierung des Begriffs  Definition  Angaben über Position im Begriffssystem Hyperonym, Hyponym …
  3. Charakterisierung der jeweiligen Benennungen  Grammatik  Subsprache
  4. Administration  normativer Status  Eintragsdatum
  5. in klassischen TVS sind die Einträge hierarchisch
Mögliche Hierarchie eines Termeintrags (etwa Multiterm oder Acolada UniTerm)
Hierarchie der Datenkategorien in Multiterm

Einordnung von Datenkategorien in der Eintragshierarchie, hier Multiterm 2021

Beispiele:

  • EINTRAGSEBENE
  • Datum
  • Angelegt von
  • Bearbeitet von
  • Freigabe durch von
  • Bearbeitungsstatus  bitte klären
  • BEGRIFFSEBENE
  • Definition
  • Fachgebiet Terminus bezeichnet einen Begriff immer nur innerhalb einer bestimmten Domäne
  • Anmerkung
  • TERMEBENE
  • Subsprache  Vergütung / Abgeltung
  • Quelle
  • Kunde (In-House-Terminologie)
  • Registervermerk (sozialer Kontext: Absender – Adressat)
  • Textsorte
    Variationen auch innerhalb ein und derselben Organisation
     technische Dokumentation = Experten-Experten-Kommunikation  Handbuch = Experten-Laien-Kommunikation)
  • normativer Status  verboten
  • Stilvermerk  Quelldatei = umgangssprachlich
    auch Fachsprachen haben Stilebenen – Fachjargon
  • Wortart
  • Genus
  • Numerus (bei Numerusdefektiva)
  • Aspekt
  • Valenz
  • Flektionsangaben
  • Distribution (Synonym: Gebrauchsstatus)
  • Kontextbeleg
  • Anmerkung
  • jeweils: Pflichtgrad (für Eingabemodelle: muss Genus angegeben werden?)

Dienste

↗ TIPPS (Terminology Information Policy, Portal and Service)
↗ Deutscher Terminologie-Tag e. V. (DTT)
↗ DIN-TERMinologieportal
↗ Interactive Terminology for Europe (IATE)
↗ Microsoft Language Portal

Literatur

Arntz, Reiner et al. (2014): Einführung in die Terminologiearbeit. Hildesheim: Georg Olms

BDÜ (Hrsg.)(2005): Terminologie und Lexikographie. Bern: BDÜ-Fachverlag

BDÜ (Hrsg.)(2016): Fachgebietsregister (12.04.2021)

Budin, Gerhard / Felber, Helmut (1989): Terminologie in Theorie und Praxis. Tübingen: Narr

DIN 2330:2013-07: „Begriffe und Benennungen – Allgemeine Grundsätze

DIN 2331:2019-12: „Begriffssysteme und ihre Darstellung

DIN 2336:2004-06: „Darstellung von Einträgen in Fachwörterbüchern und Terminologie-Datenbanken

DIN 2340:2009-04 : „Kurzformen für Benennungen und Namen

DIN 2342:2011-08: „Begriffe der Terminologielehre  Inhaltsverzeichnis

Drewer, Petra / Schmitz, Klaus-Dirk (2017): Terminologiemanagement: Grundlagen - Methoden - Werkzeuge . Berlin, Heidelberg: Springer Vieweg

Heid, U. / Freibott, G. (1990): „Terminological and Lexical Knowledge for Computer-Aided Translation and Technical Wrtiting“. Czap, H. / Nedobity, W. (Hrsg.)(1990): Terminology and Knowledge Engineering – TKE'90. Frankfurt: Indeks-Verlag. 522 - 535

Herzog, Gottfried / Mühlbauer, Holger (2007): Normen für Übersetzer und technische Autoren. Berlin: Beuth

Hohnhold, Ingo (1990): Übersetzungsorientierte Terminologiearbeit: eine Grundlegung für Praktiker. Stuttgart: InTra

Internationales Informationszentrum für Terminologie / International Information Centre for Terminology INFOTERM (1988): Richtlinien für die konventionelle und computerunterstützte übersetzungsorientierte Terminologiearbeit. Entwurf. Wien: De Gruyter

ISO 704:2009: „Terminology work – Principles and methods

ISO 860:2007: „Terminology work — Harmonization of concepts and terms

ISO 1087-1:2000: „Terminology work — Vocabulary — Part 1: Theory and application

ISO 1087-2:2000: „Terminology work — Vocabulary — Part 2: Computer applications

ISO 1951:2007-02: „ Darstellung/Repräsentation von Einträgen in Wörterbüchern

ISO 10241-1:2011-04: „ Terminologische Einträge in Normen - Teil 1: Allgemeine Anforderungen und Beispiele für ihre Darstellung

ISO 12615:2004: „Bibliographic references and source identifiers for terminology work

ISO 12616:2002: „Translation-oriented terminography

ISO 12620:2009: „Terminology and other language and content resources – Specification of data categories and management of a Data Category Registry for language resources

ISO 15188:2001: „Project management guidelines for terminology standardization

ISO 22128:2008: „Terminology products and services — Overview and guidance

ISO 26162:2012: „Systems to manage terminology, knowledge and content – Design, implementation and maintenance of terminology management systems

ISO 29383:2020: „Terminology policies — Development and implementation

Kemper, Alfons, Eickler, André (2015): Datenbanksysteme. Eine Einführung. Berlin, Boston: De Gruyter Oldenbourg

KÜDES (Hrsg.)(2002): Empfehlungen für die Terminologiearbeit. Recommendations for Terminology Work. Bern: Schweizerische Bundeskanzlei

Krings, Hans P. (1986): Was in den Köpfen von Übersetzern vorgeht: eine empirische Untersuchung zur Struktur des Übersetzungsprozesses an fortgeschrittenen Französischlernern. Dissertation. Tübingen: Narr

Mayer, Felix (1998): Eintragsmodelle für terminologische Datenbanken. Tübingen: Narr

Mossmann, Yvan (1988): „Die Terminologiedatenbank vor der Entscheidung: Was ist zu fordern?“. Krollmann, Friedrich / Werner, Reinhold (Hrsg.)(1988): Lebende Sprachen 33. Berlin, New York: De Gruyter. 1 - 10 und 57 - 62

Rat für Deutschsprachige Terminologie (RaDT). Veröffentlichungen

Rat für Deutschsprachige Terminologie (RaDT). Berufsprofil 2.0

Sager, J. C. (1990): A practical course in terminology processing. Amsterdam, Philadelphia: John Benjamins

Seewald-Heeg, Uta / Mayer, Felix (2009): Terminologiemanagement – Von der Theorie zur Praxis. Berlin: Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer

Schmitt, Peter A. (1999): Translation und Technik. Tübingen: Stauffenburg

Schüßler, Hanna (2012): „Wer suchet, der findet?“. Die Vermittlung von Internetrecherchekompetenz in der Übersetzerausbildung. Hamburg: Dr. Kovac


1in Mayer (1998:92f.) „praxisorientierter Ansatz“
2in Mayer (1998:102f.) „sprachendienstorientierter Ansatz“
3in Mayer (1998:114f.) „normierender Ansatz“
4in Mayer (1998:107f.) „terminologistischer Ansatz“
5in Mayer (1998:122f.) „multifunktionaler Ansatz“
6in Mayer (1998:131f.) „prototypischer Ansatz der TWB“
7in Mayer (1998:138f.) „Terminologisch-lexikalischer Ansatz“