04-TLG-2011 Übersetzungsprojekt „Softwarelokalisierung“ 2. Semester

UI-Textsorten

Beispiele für UI-Textsorten

  • Dialog
  • Menü
  • Schaltfläche
  • Tooltip
  • Textstring

Funktionale Charakterisierung

  • UI-Texte und ihr (inhaltlicher / technischer) Kontext sind flüchtig: Interaktion von Ressourcen, Quellcode und Benutzereingaben
  • dynamische Texte mit Platzhaltern
  • konkatenierte Strings
  • Hardware hängt vom Anwender ab  verwendetes Endgerät.
  • Hardware kann sich zur Laufzeit ändern  Drehen des Endgeräts von Hoch- zu Querformat.
  • Hardware gehört zum Kontext  Längenbeschränkungen  Bildschirmgröße (Desktop-PC / Smartphone)  Plattform (speichern / sichern).
  • UI-Texte sind interaktiv – nicht nur der Anwender muss das Programm verstehen, sondern auch das Programm den Anwender. Anwenderaktionen (Eingaben, Kommandos) müssen mnemonisch sein, werden deswegen lokalisiert und sind damit Teil des Textes  Zugriffstasten  Accelerators.
    nichtlokalisierter Accelerator in MS Word 2013Nichtlokalisierter Accelerator in MS Word 2013.

Ergonomische Charakterisierung

  • permanente Datenrepräsentation  …
  • dekontextualisiert → hoher Analyseaufwand
  • fragmentiert → Anforderung an Abstraktions-, Imaginations- , Errinnerungs- und Kooperationsvermögen
  • häufig konsolidiert, dies i. d. R. benennungsorientiert und ohne Berücksichtigung syntaktischer Abhängigkeiten → ungewollte Reregionalisierung
    Screenshot AnmeldeformularInternationalisierungsfehler (hier: benennungsorientierte Konsolidierung)
  • Längenbeschränkungen
  • Kürzen von Strings beansprucht mehr Zeit als das Übersetzen.
  • Maßstäbe für die Translationsqualität  hohe Toleranz gegenüber Implikationen
    Implikation in der SoftwarelokalisierungImplikation in der Softwarelokalisierung, hier: Valenz
    LängenbeschränkungUnglücklich gekürzter String
  • hohe Anforderungen an das Inventar sprachlichen Ausdrucks, insbesondere bei expandierenden Übersetzungsrichtungen
  • hoher Anteil nicht traditionell sprachmittlerischer Teilprozesse der Translation  Internationalisierung  Testen Herstellen von Filtern in CAT-Instrumenten  Beheben von Kodierungsproblemen
  • hoher Anteil an Tätigkeiten, die sich einer volumenorientierten Gratifizierung (nach Zeichen, Wörtern, Zeilen) entziehen  Einkürzen von Strings   Hin- und Herwechseln zwischen Editor, Rohdatei und grafischer Oberfläche (Mediendiversität)
  • andere Vorgehensmodelle als im traditionellen Übersetzen
  • im Planungs- bzw. Angebotsstadium hoher Anteil unbekannter oder schwer quantifizierbarer Variablen; entsprechend sind die Anforderungen an Dienstleistungskompetenz (EMT-Expertengruppe 2009)  unternehmerische Aufwands- und Risikobewertung, etwa …
  • Engineering-Aufwand
  • Grad erwartbarer Iterativität
  • Grad erforderlicher Mobilität
  • Softwarebindung – sozioökonomische Implikationen

Linguistische Charakterisierung

  • UI-Texte sind stark konventionalisiert
  • indikativische Imperativ-Ersatz-Konstruktionen mit abstrahierten semantischen Rollen  Abbrechen  Nicht vom nächsten Absatz trennen
  • Konstruktionen mit unpersönlichem Subjekt  Es ist nicht ausreichend Speicher vorhanden.
  • Passiv-Konstruktionen  Dienst konnte nicht gestartet werden.
  • Koffersyntax  Torrent löschen bestätigen
  • SL-Markt = Laienmarkt  → Assimilationsdruck
  • Softwarearchitektur greift wesentlich in Lokalisierbarkeit des Textes ein und ist damit Textmerkmal → Internationalisierungsdefekte können auf sprachmittlerischer Ebene nicht kompensiert werden (Stringorganisation)  Konsolidierung  Numerusbehandlung  Translation Scripting.

↗ 04-TLG-2011 Übersetzungsprojekt „Softwarelokalisierung“ 2. Semester
  1. SL-Markt 2015 nach Größe (Weltmarkt)
  2. SL-Markt in Deutschland 2015 nach Profil
  3. Übersetzerisches Fremdkonzept in der SL
  4. Was? Übersetzerisches Selbstkonzept in der SL
  5. Wie? Vorgehensmodelle in der Softwarelokalisierung
  6. Desintegration translatorischer Teilprozesse
  7. Kooperationsdistanz in der Softwarelokalsierung
  8. GILT
  9. Lokalisierung
  10. Internationalisierung
  11. Personalisierung
  12. Kodierung
  13. CSV
  14. Key-Value-Tabellen
  15. XML-Ressourcen
  16. Quelltextdateien
  17. Binärdateien
  18. Typen dateibasierter Ressourcen
  19. Internationalisierung (I18N): Praxis
  20. UI-Textsorten
  21. Assimilation
  22. Numerusbehandlung (plural handling, pluralization)
  23. Linguistische Probleme in der Softwarelokalisierung
  24. Translation Scripting

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An die Studierenden des angehenden dritten Semesters B. A.: Sollten Sie erwägen, das fünfte Semester im Ausland zu verbringen, so wäre es für Sie u. U. vorteilhaft, die Dolmetschveranstaltung von 04-005-1007-R schon im dritten Semester zu besuchen.