04-TLG-2011 Übersetzungsprojekt „Softwarelokalisierung“ 2. Semester

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Kursbeschreibung

Zu Projektbeginn soll zunächst in Vorlesungsform in die übersetzerische Arbeit mit modernen Medien eingeführt werden. In den zunehmend praktisch (immer noch sprachneutral) ausgerichteten Lehrveranstaltungen bekommen die Teilnehmer sodann Gelegenheit, das erworbene theoretische Wissen an verbreiteten Datenformaten zu erproben, u. a. an jenen von Objective C, JavaScript, Java, GNU gettext, .NET und Qt. Hierfür werden die Dateien mithilfe regulärer Ausdrücke und der Abfragesprache XPath in den Arbeitsumgebungen memoQ und RWH Trados Studio fürs Übersetzen vorbereitet. Am Beispiel von Hallo-Welt-Anwendungen in .NET und Java soll gezeigt werden, wie Internationalisierung im Code aussieht, wo die Ressourcen herkommen und wo sie (nach der Lokalisierung) hingehen. Der Produktionszyklus wird mit dem Bauen und Testen der lokalisierten Anwendungen schließlich zum Abschluss gebracht. Die Studierenden werden am Ende der Lehrveranstaltung die Grundlagen der Arbeit mit digitalen Ressourcen beherrschen. Sie werden die allgemeinen Abläufe in der Softwarelokalisierung kennen und in der Lage sein, auf einschlägige Kundenanfragen zu reagieren (Aufwandseinschätzung, Herstellen von Filtern, Verarbeiten der Ressource, Bauen und Testen der Software).

Hinweise Fernveranstaltung

  • Im Falle einer Ferndurchführung des Kurses kommunizieren wir über BBB. Der Link hierfür wird per E-Mail zugestellt.
  • Der Kursleiter führt durch den Kurs an einem Windows-Rechner.
  • Bitte installieren Sie für eine Fernteilnahme RWH Trados Studio und memoQ auf Ihrem PC – Lizenzschlüssel kommen vom Kursleiter, ebenfalls per Mail. Für unsere Internationalisierungs-Tests benötigen wir die IDEs MS Visual Studio Community (dort das SDK für .NET Desktop) und Eclipse und das Java-SDK (aktuelle Version: 15) beim Installieren dann IDE for Java Developers wählen. Zum Betrachten der Quell- und Resource-Dateien wird der Texteditor Notepad++ und das Tabellenkalkulationsprogramm OO Calc empfohlen.
  • Da wir viel an eigenen technischen Lösungen basteln, gleichzeitig aber einen Blick auf den Bildschirm des Kursleiters benötigen, wird ein Arbeiten mit zwei Monitoren empfohlen.

Modulziel

Die Studierenden können eine komplexe berufsfeldbezogene Aufgabe selbstständig umsetzen. Sie können im Zuge dessen mit anderen Teilnehmern Einzelprozesse abstimmen, diese überwachen, selbstständig gesetzte (Teil-)Ziele überprüfen und nach Abschluss Aufgabe und Ergebnis evaluieren.

Workload

Der Aufwand beträgt im Selbststudium 255 h entsprechend 17 h / Woche. Der Präsenzaufwand beträgt 45 h.

Prüfung

Präsentation 20 Minuten, Hausarbeit (8 Wochen ab Beginn der vorlesungsfreien Zeit; Umfang: 3500-6000 Wörter entsprechend etwa 12 bis 20 Seiten). Einreichung aus ökologischen Gründen bitte ausschließlich digital.

Projektvorschläge

  1. klassischer Projektbericht (Praktikum, Freelance-Tätigkeit)
  2. UI-Textsorten linguistisch beschreiben
  3. translationssoziologische Erhebung
  4. Evaluation von RWS Passolo anhand der im Unterricht durchgearbeiteten Dateien
  5. Evaluation von Alchemy Catalyst anhand der im Unterricht durchgearbeiteten Dateien
  6. Evaluation von Visual Localize anhand der im Unterricht durchgearbeiteten Dateien
  7. Evaluation von MultiLizer anhand der im Unterricht durchgearbeiteten Dateien
  8. Erkundung in Trados der drei Filtertypen „XML 2“, „XML (neue Methode für eingebettete Inhalte)“ und „XML (alte Methode für eingebettete Inhalte)“ und der Unterschiede zwischen diesen Methoden.
  9. Recherche nach neuen Translation-Scripting-Technologien
  10. Aktueller Stand von Mozilla fluent und / oder Pontoon
  11. Aktueller Stand von MessageFormat (ICU)
  12. Aktueller Stand von FBT (Facebook Translation)

Tagesordnung Referate

14.07., 13:30
14.07., 14:00
14.07., 14:30
14.07., 15:00
20.07., 15:30
20.07., 16:00

Kalender

In diesem Kurs finden derzeit keine Lehrveranstaltungen statt.

Veranstaltungsskript

↗ Veranstaltungsskript

Übersicht über dessen Themen:

  1. Arbeitsplatz
  2. SL-Markt 2015 nach Größe (Weltmarkt)
  3. SL-Markt in Deutschland 2015 nach Profil
  4. Übersetzerisches Fremdkonzept in der SL
  5. Was? Übersetzerisches Selbstkonzept in der SL
  6. Wie? Vorgehensmodelle in der Softwarelokalisierung
  7. Desintegration translatorischer Teilprozesse
  8. Kooperationsdistanz in der Softwarelokalsierung
  9. GILT
  10. Lokalisierung
  11. Internationalisierung (I18N)
  12. SL: Terminologie
  13. Internationalisierung: Praxis
  14. Testen
  15. Personalisierung
  16. Zeichenkodierung
  17. CSV
  18. Key-Value-Tabellen
  19. XML-Ressourcen
  20. Quelltextdateien
  21. Binärdateien
  22. Typen dateibasierter Ressourcen
  23. UI-Textsorten
  24. Assimilation
  25. Linguistische Probleme in der Softwarelokalisierung
  26. Plural Handling (Pluralization)
  27. Translation Scripting

Quellen

Akkas, Emre: „Internationalization tips for developers – I18N checklist.

Astapenko, Anna (2008): Lokalisierung komplexer Softwaresysteme: Technik, Sprache, Kultur. Lübeck: Schmidt-Römhild.

Austermühl, Frank (2001): Übersetzen im Informationszeitalter: Überlegungen zur Zukunft fachkommunikativen und interkulturellen Handelns im Global Village. Trier: Wissenschaftlicher Verlag Trier.

Beck, Kent et al. (2001): „Manifesto for Agile Software Development.“ Agile Alliance.

Behrens, Alexander (2016): Lokalisierbarkeit von User-Interface-Strings. Frankfurt: Peter Lang.

Best, Reiner et al. (2008): Software-Internationalisierung. Aus der Reihe: Methoden und Verfahren. Frankfurt am Main: VDMA.

CLDR „Plural Rules

CLDR „Language Plural Rules

EMT-Expertengruppe (2009: „Kompetenzprofil von Translatoren, Experten für die mehrsprachige und multimediale Kommunikation“.

Geldbach, Stefanie (2011): „Am Puls der Zeit. Herausforderungen und Trends in der Softwarelokalisierung“. MDÜ 2 / 2011, 10-13.

translatehouse.org: „Plural Forms“ (GNU gettext).

Herrmann, Achim (2011): „Geeignete Werkzeuge. Anforderungen und Werkzeuge der Lokalisierung von Software“. MDÜ 2 / 2011, 20-24.

Heumann, Brian (2010): „Leitfaden Internationalisierung des Internetauftritts“. Bonn: iMOVE beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).

Holz-Mänttäri, Justa (1984): Translatorisches Handeln: Theorie und Methode. Helsinki: Suomalainen Tiedeakatemia.

Hönig, Hans G. (1992): „Von der erzwungenen Selbstentfremdung des Übersetzers – Ein offener Brief an Justa Holz-Mänttäri“. TEXTconTEXT, 7-1992, 1-14.

Keller, Nicole (2006): Neue Wege in der Hilfsmittelkunde der Übersetzungswissenschaft: Zur Herleitung webbasierter Terminologiedatenbanken im Kontext von CAT-Systemen. Trier: Wissenschaftlicher Verlag Trier.

Keller, Nicole (2017): „Wohin geht die Reise?“ MDÜ 1-17 / 2017, 34-37.

Koch, Gabriele (2014): „Dialoge gerade ziehen – Softwarelokalisierung am Beispiel von TransitNxt“. Baur, Wolfram et al. (Hrsg.)(2014): Man vs. Machine? Im Spannungsfeld zwischen Mensch und Maschine. Tagungsband des 20. FIT-Weltkongresses. Berlin: BDÜ Fachverlag. I:155-166.

Kruse, Astrid (2014): „Besitzansprüche. Urheberrecht und elektronische Datensammlungen“. MDÜ 3-14, 10-15.

Leinhäuser, Udo (2005): „Vorüberlegungen zum Kauf eines Translation-Memory-Systems“. MDÜ 4-5 / 2005, 6-7.

López-Ebri, Enrique (2004): „Translation Memories und ihre Bumerangeffekte“. MDÜ 4-5 / 05, 40-41.

Massion, François (2011): „Schwierigkeiten meistern. Lokalisierung von Maschinensoftware“. MDÜ 2 / 2011, 14-19.

Muegge, Uwe (2013): „Wer teilt, gewinnt. Cloudbasierte Translation-Memory-Systeme“. MDÜ 1 / 2013, 14-17.

Piróth, Attila (2014): „Man vs. Machine: Who is Who in The Master-Slave Relationship“. Baur, Wolfram et al. (Hrsg.)(2014): Man vs. Machine? Im Spannungsfeld zwischen Mensch und Maschine. Tagungsband des 20. FIT-Weltkongresses. Berlin: BDÜ Fachverlag. I:76.

Prunc, Erich (2005): „Translationsethik“. Sandrini, Peter (Hrsg.)(2005): Fluctuat nec mergitur. Translation und Gesellschaft. Festschrift für Annemarie Schmid zum 75. Geburtstag. Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Wien u. a.: Lang. 165-194.

Reineke, Detlef / Schmitz, Klaus-Dirk (Hrsg.)(2005): Einführung in die Softwarelokalisierung. Tübingen: Gunter Narr Verlag Tübingen, 189-204.

Rösner, Sabine (2014): „Im Preis enthalten? Streitfall um ein Translation Memory“. MDÜ 3-14, 16-19.

Sachse, Florian (2004): „Begriffe aus der Softwarelokalisierung. Von ASCII bis XLIFF“. technische kommunikation, 26.Jahrgang, 4 / 2004, 45-48.

Sandrini, Peter (2005): „Website Localization and Translation.

Hönig, Hans / Kussmaul, Paul / Schmitt, Peter A. (1998): Handbuch Translation. Tübingen: Stauffenburg, 154- 159.

Schmitz, Klaus-Dirk (2005): „Internationalisierung und Lokalisierung von Software“. Reineke, Detlef / Schmitz, Klaus-Dirk (2005)(Hrsg.): Einführung in die Softwarelokalisierung. Tübingen: Narr, 1-18.

Schnell, Bettina / Aranda, Marcos (2007): „Engeres Blickfeld, andere Reformulierungen. Translation-Memory-Systeme und der Übersetzungsprozess“. MDÜ 4 / 2007, 34-38.

Seewald-Heeg, Uta / Althoff, Katja (2011): „Die richtige Konfiguration. Funktionalitäten von Lokalisierungswerkzeugen“. MDÜ 2 / 2011, 26-31.

Seewald-Heeg, Uta (2021): „Was mit Sprachen UND Technik. Interdisziplinäres Fach mit Aussicht“. MDÜ 5 / 20, 10-16.

Sikes, Richard (2009): „Localization: The Global Pyramid Capstone“. MultiLingual Getting Started Guide to Internationalization April / May 2009, 3-6.

Sum, Lissa (2014): „Übersetzungstechnologie: Fluch oder Segen?“ Baur, Wolfram et al. (Hrsg.)(2014): Man vs. Machine? Im Spannungsfeld zwischen Mensch und Maschine. Tagungsband des 20. FIT-Weltkongresses. Berlin: BDÜ Fachverlag. I:183-185.

Swordfish-Referenz

Svoboda, Tomáš (2014): „Man and Machine: Translation in the Era of Augmented Reality“. Baur, Wolfram et al. (Hrsg.)(2014): Man vs. Machine? Im Spannungsfeld zwischen Mensch und Maschine. Tagungsband des 20. FIT-Weltkongresses. Berlin: BDÜ Fachverlag. I:93-100.

Wirth, Niklaus (1986): Compilerbau. Teubner Studienbücher Informatik. Stuttgart: Teubner

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Für Studierende, die sich nach TOOL-Schluss noch für ein Modul anmelden möchten: Formular Modulanmeldung ausfüllen und im Studienbüro GWZ H5 4.02 abgeben.
Studierende am IALT können für jeweils ein Semester das am Institut entwickelte Lehrwerk „Russisch aktuell“ mit dem Russisch-Deutschen Universalwörterbuch (RUW) kostenlos benutzen. Hierfür bekommen Sie von mir auf Anfrage eine Seriennummer. Download dann hier.